Wunderbare Neger und Inzuchtsprodukte

Herrmann! Ein solcher Name allein muß allen Gender-AktivistInnen,  egal ob rot, grün oder lila, ganz einfach die Zornesröte ins Gesicht treiben. HERR und MANN in einem Wort! Geht gar nicht! Klar, daß ein Träger dieses Namens unter besonderer Beobachtung steht, zumal wenn es sich um einen amtierenden CSU-Minister handelt.

Seit einigen Tagen darf man nun besagten Joachim Herrmann ein „Wunderbares Inzuchtsprodukt“ nennen. So lautet ein Karlsruher Richterspruch, nachzulesen in der Süddeutschen Zeitung. Ein Mitbürger doppelter Staatsbürgerschaft   (korrigiert, siehe Kommentar) mit dem wohlklingenden Namen David Schneider-Addae-Mensah hatte dem bayerischen Innenminister dieses Kompliment gemacht. Der Herrmann war zunächst gar nicht erbaut und ging sogar vors Gericht, denn ein Verwandtschaftsgrad seiner leiblichen Eltern war ihm bis dato unbekannt. Gegenüber Presseleuten präzisierte  jener David auf die Frage: „Sind Sie sicher, dass Herrmanns Eltern Geschwister sind?“ wie folgt: „Das müssen sie ja nicht unbedingt sein, damit es unter „Inzucht“ fällt… Ich meine damit: Der hat einfach nicht genug frisches Blut abbekommen.“  Sichtbares Merkmal: Die weiße Hautfarbe. Das Gericht folgte dieser Logik.

Wie kam es zu dieser wunderbaren Zuschreibung? In einer Fernsehsendung hatte Herrmann seinen schwarzen Parteifreund Roberto Blanco mit dem Titel „Wunderbarer Neger“ geneckt. Der nahm es mit Humor. Getreu seinem Erfolgsschlager „Ein bisschen Spaß muß sein“. Indessen: Obgleich der Herrmann nur seinen Robert meinte, fühlte sich der David als „pars pro toto“ gleich mit geschmeichelt. Und so erwiderte er das wunderbare Kompliment auf seine Weise. Schriftlich.

Ich überlege: Der Mann hat doch recht! Herrmann ist gebürtiger Bayer und entstammt damit ebenso wie ich aus einer abgeschiedenen Bergregion. Ich schaue in den Spiegel: Die gleiche bleiche Gesichtsfarbe. Auch ich bin ganz eindeutig ein Inzuchtsprodukt. Aber wunderbar? Wissen wir doch aus der Biologie, daß Inzucht häufig zur Degeneration führt.  Kann man was dagegen machen? Man kann! – Gedankensprung zur aktuellen Politik: Jetzt fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Der ganze millionenfach Zuzug  junger Männer aus fremden Kontinenten,  organisiert und orchestriert von unserer fürsorglichen Kanzlerin: Nichts weiter als eine gut gemeinte  Blutauffrischung! Da haben wir es! Deshalb also die  begeisterte Willkommenskultur Fähnchen schwenkender deutscher Frauen auf den Bahnsteigen: Ganz einfach die grenzenlose Freude über die größere Vielfalt in der Partnerwahl! Junges, frisches Blut!

David Schneider-Addae-Mensah ist als Kind eines Afrikaners und einer biodeutschen Frau nun mit Sicherheit kein „Inzuchtsprodukt“. Aber durfte er sich überhaupt durch das Kompliment des  Joachim Herrmann persönlich angesprochen fühlen? Ich blättere nach im meinem großen Brockhaus (17. Auflage, Band 13):

neger

Nach dieser lexikalischen Definition ist der David mit dem dreifach-Namen genauso wenig zu dieser Gruppe zugehörig wie Barack Hussein Obama. Schließlich hatten die Mütter der beiden einen Teint wie unser Herrmann, so wie er gewöhnlich  nördlich der Sahara anzutreffen ist.  Fehlanzeige!

Ich blättere zurück im selben Band des Großen Brockhaus und werde hier fündig:

mulatte

Schon besser! Jetzt schauen wir doch mal beim „Bastard“ nach. Wieder gibt das Lexikon Auskunft:

bastard

Der „Bastard“  ist demzufolge ein Oberbegriff  zu „Mulatte“. Demnach ist zwar jeder Mulatte zugleich ein Bastard, der Umkehrschluß hingegen ist unzulässig!

Bastards

Bastards: Dem Filmplakat nach zu urteilen in diesem Fall alles Bleichgesichter

Neger, Inzuchtsprodukte, Mulatten und Bastarde: Ist das nicht einfach wunderbar?

PS am 15.6.2016:

Unser schwäbischer Bundesfinanzminister Schäuble  geht noch einen Schritt weiter: Nicht nur Deutschland, nein, ganz Europa ist von Inzucht bedroht!  Im Original liest sich das so: http://www.faz.net/aktuell/politik/wolfgang-schaeuble-abschottung-wuerde-europa-in-inzucht-degenerieren-lassen-14275838.html


2 Kommentare on “Wunderbare Neger und Inzuchtsprodukte”

  1. Anonymous sagt:

    Tja, der Herr-Mann hat halt doch uns alle angesprochen, egal welcher Couleur. Wer stets so forsche Worte findet wie er, der braucht auch mal Grenzen aufgezeigt. Warten wir die Entscheidung des Landgerichts Karlsruhe ab. Denn die Causa ist noch nicht rechtskräftig.
    Übrigens bin ich kein Mitbürger doppelter Staatsbürgerschaft. Rein staatsbürgerrechtlich bin ich dann doch ein Inzuchtsprodukt.
    DSAM

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    • Besten Dank für den Hinweis. Irgendwo hatte ich das mit der doppelten Staatsbürgerschaft (Ghana) gelesen, finde aber die Quelle nicht mehr. Ich werde das in Text korrigieren. Aber ein staatsbürgerrechtliches Inzuchtsprodukt? Das muss ich erst mal auf mich wirken lassen. An der Wand meines Arbeitszimmers hängt eingerahmt der Heimatschein meines Urgroßvaters, ausgestellt vom Königreich Bayern im Jahre 1875. Hat damals 15 Kreuzer gekostet. Vielleicht sollten wir doch wieder auch ein bayerische Staatsangehörigkeit parallel zur deutschen einführen? Wäre das eine Problemlösung?

      Herzliche Grüße
      Bernd Ulrich

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