Tesla: Killer oder nur Papiertiger?

Steht Deutschlands Autoindustrie vor der Pleite? Technologisch abgehängt, hoffnungslos veraltet? Mit alten Benzinkisten ohne Überlebenschance gegen den hochmodernen elektrischen Newcomer aus dem kalifornischen Silicon Valley? So pfeifen es die Spatzen ( Verzeihung: Journalisten) von den Dächern. Wer sich vorurteilslos genauer mit den Hiobsbotschaften beschäftigt und mit den tatsächlichen Fakten abgleicht, der fragt sich: Sind es Spatzenhirne, die noch das hohe Lied auf Tesla singen? Oder schräge Vögel, die mit ein paar Krümeln angefüttert wurden? Oder einfach Journalisten, die die einfachsten arithmetischen Grundregeln wie das kleine Einmaleins nicht beherrschen?

Der Zweck ist klar: Elektrisiert werden sollen vor allem die Aktionäre von Tesla. Damit die weiter an die Mission des charismatischen Gründers Elon Musk glauben und weiterhin viel Geld hinblättern, um zu dem illustren Kreis der Tesla-Anteilseigner gezählt zu werden. Gerade in diesen Tagen gibt es eine neue Kapitalerhöhung. Dabei fehlte es schon zu Anfang letzten Jahres nicht an warnenden Worten:

http://www.investor-verlag.de/aktien-und-aktienhandel/nasdaq-100/tesla-motors-aktie/uebermut-hochmut-tesla-motors/118189081/

Klappern gehört zum Handwerk. Und Tesla klappert besonders laut. Nicht das Auto, sondern der Laden selber. Der hat es auch bitter nötig: Denn in den zwölf Jahren seines Bestehens wurden noch nie schwarze Zahlen geschrieben. Schauen wir uns mal an, was da so an Lobliedern für Tesla geschrieben wird, z.B. in der Rheinische Post vom 7.8.2015 :

Tesla in der Rheinischen Post

Tesla in der Rheinischen Post

http://www.rp-online.de/leben/auto/news/tesla-motors-hat-die-automobilbranche-revolutioniert-aid-1.5291257

Ich schreibe diesen (nicht abgedruckten) Leserbrief an die RP:

Der Schrecken der Autoindustrie?  So steht es in der Überschrift des Artikels in der RP vom 7.8.2015. Ein Witz. Die  beiden wichtigsten Unterschiede zwischen Tesla und den  deutschen Autobauern: Erstens:  Tesla hat seit 2003 bisher keinen einzigen Cent Gewinn gemacht. Die deutsche Autoindustrie hingegen  scheffelt Milliarden.  Zweitens: Die Deutschen verkaufen jährlich Millionen an  Autos, Tesla kommt in diesen Jahr gerade mal weltweit auf Fünfzigtausend. Und auch das nur dank üppiger Subventionen. Wenn der Tesla so ein tolles Auto ist, warum ist er in Deutschland  beinahe so selten wie hierzulande Giraffen in freier Wildbahn? Zweifelhaft: Die Behauptung, der Tesla spiele in der Oberliga der Luxuslimousinen. Tatsächlich ist er  eher vergleichbar mit dem BMW-5er bzw. E-Klasse. Vom ADAC  wird er zu Recht als „obere Mittelklasse“  eingestuft.  Weiter: Laut RP sei kein Auto der Luxusklasse im ersten Halbjahr 2015 in den USA häufiger verkauft worden als Tesla. Diese Aussage ist in zweierlei Hinsicht falsch: Tesla ist keine Luxusklasse, hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Zum anderen: Tesla hat in den USA im ersten Halbjahr gerade mal 12.000 Fahrzeuge an den Mann gebracht. Quelle: http://www.goodcarbadcar.net/2013/08/tesla-model-s-sales-figures-usa-canada.html .  Im gleichen Zeitraum schaffte Cadillac über 70.000. Quelle: http://www.goodcarbadcar.net/2012/10/cadillac-brand-sales-figures-usa-canada.html .

 Auch die Reichweitenangabe für das stärkste  Tesla-Modell von 528km ist geschönt.  Laut ADAC-Test beträgt die Reichweite im Model Tesla S mit der stärksten Batterie gerade mal 415km. Sofern man auf der Autobahn nicht mehr als die Richtgeschwindigkeit von 130km/h fährt. Ich habe den ausführlichen Testbericht des ADAC angehängt. Um überhaupt so weit fahren zu können, schleppt der Tesla eine Batterie eine Batterie mit über 800kg Gewicht herum! Das ist mehr als ein guter alter VW-Käfer auf die Waage gebracht hat!

 Eins muß man den Tesla-Leuten lassen: Hervorragendes Marketing. Der nur Verlust produzierende Laden wird an der Börse mit fast 30 Mrd. Dollar bewertet. Bei einem Umsatz von gerade mal einer Milliarde und einen Schuldenberg von fünf Milliarden. Warten wir es ab, wann die Blase platzt. Die Aktionäre und Gläubiger haben dann das Nachsehen. Tesla-Boss Elon Musk wird sein Schäfchen schon vorher ins Trockene gebracht haben.

Mein Leserbrief wird nicht veröffentlich, statt dessen erhalte ich eine persönliche Nachricht des Redakteurs: 

Lieber Herr Ulrich,

 vielen Dank für Ihre ausführliche Einschätzung. Wir haben in der vergangenen Woche auch intern intensiv über meinen Text diskutiert, weil auch bei uns in der Redaktion die Meinungen über die Leistungen von Tesla und dessen Perspektiven auseinandergingen. Viele der Argumente, die Sie in Ihrem Schreiben genannt haben, tauchten übrigens auch in diesen Gesprächen auf.

 Ob Tesla jemals ein Massenhersteller wird, weiß ich nicht. In jedem Fall haben die Innovationen des Unternehmens aber die Branche aufgerüttelt – was die vielen Besuche von Auto-Bossen bei Elon Musk beweisen. Vielleicht ist Tesla nur ein weiteres überschätztes Tech-Unternehmen, das angesichts der weltweiten Niedrigzinsphase und dem Versuch der Investoren, ihr Geld irgendwo gewinnbringend anzulegen, viel zu hoch bewertet wird. Ich denke, in spätestens zwei Jahren wissen wir mehr…

 Ich antworte:

Lieber Herr Rinke,

    danke für die prompte Antwort. Tatsächlich ist der Tesla ein tolles Auto, aber da ist  ein ganz entscheidender Knackpunkt: Die Batterie. Will sagen:  Geringe Reichweite, lange Ladezeiten, hohes Gewicht, hoher Preis. Das ist nicht die Schuld von Tesla oder der Automobilindustrie. Es sind einfach technische-physikalische Limitierungen, was machbar ist an denkbaren Elektrolyten in der jetzigen und künftigen Batterietechnik. Wie sagte ein Physikprofessor: Das Periodensystem der Elemente läßt sich nicht betrügen. Oder anders herum: Wann kann öffentliche Wahrnehmungen und Meinungen manipulieren, aber nicht die Naturgesetze der Physik und Chemie außer Kraft setzen. Elon Musk, der das Unternehmen schon 2003 gegründet hat, hat hierbei das Tempo der Entwicklung und das Machbare in der Batterietechnik falsch eingeschätzt. Mit dieser Fehleinschätzung war er nicht allein.

 Ebenso wie der i-3 ist der Tesla ein Auto, das ausschließlich für den Batteriebetrieb konzipiert und gebaut wurde. Das macht es interessant. Daimler-Benz leistete übrigens seinerzeit Entwicklungshilfe und war bis vor kurzen mit 4% am Stammkapital beteiligt. Das Aktienpaket wurde erst vor kurzen verkauft, was etwa eine Milliarde in die Daimlerkassen spülte. Ein gutes Geschäft.

 Auffällig: Das hohe Lied, das in letzter Zeit in vielen Medien auf Tesla gesungen wird. So etwa kürzlich in der FAZ:

http://www.faz.net/aktuell/technik-motor/auto-verkehr/fahrberichte/fahrtbericht-tesla-model-s-dieter-norbert-martin-aufgepasst-12690336.html

Oder im Manager-Magazin (April-Ausgabe 2015). Dort heißt es fälschlicherweise:  „Heute verkauft Tesla in den USA mehr von seinem Model S als Mercedes, BMW und Audi von ihren Topmodellen zusammen.“ (Auf meinen Hinweis räumte der Redakteur  den Fehler ein).  Auch der ADAC-Test des Tesla klang in der Kurzversion deutlich positiver als im vollständigen Text. Hier scheint tatsächlich in den Medien eine bestimmte Meinungsbildung orchestriert zu werden, die sich eher am Wunschdenken orientiert und der tatsächlichen Faktenlage diametral entgegen läuft. Das Motiv ist klar: Elon Musk muß seine Aktionäre und Kapitalgeber bei Laune halten. Ein Protagonist in diesem Thema  ist insbesondere Professor Dudenhöfer und sein Umfeld. Dudenhöfer hat keine technische, geschweige denn eine ingenieurwissenschaftliche Ausbildung. Er ist ein reiner Marketing-Mann.  Seine wissenschaftliche Unabhängigkeit ist schon 2006 in einem Spiegelartikel angezweifelt worden, was damals zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung führte.

 Ärgerlich: Alle diese Veröffentlichungen  suggerieren beim unbedarften Publikum, daß unsere Automobilindustrie einen Megatrend verschlafen hätte. Und Otto Normalo und Lieschen Müller fühlen sich in ihrem Bauchgefühl und negativen Vorurteil  gegen „Großkonzerne“ wiederum bestätigt.  Der am Montagabend zu später Stunde ausgestrahlte ARD-Film „Die Story im Ersten“ folgte dem gleichen Strickmuster.

 Aber: Das Gegenteil ist richtig. Eine Aufzählung ist müßig. Daimler-Benz forscht seit Jahrzehnten an der Brennstoffzelle; seit Jahren sind etwa hundert Exemplare mit dieser Technik als Versuchsfahrzeuge unterwegs. Bosch, der wichtigste Automobilzulieferer weltweit,  hat bereits Milliarden an Vorleistung für Elektromobilität investiert. Die Reihe lässt sich beliebig fortsetzen.

 Schade eigentlich. Denn wie gesagt, der Tesla ist ein tolles Auto. Und wenn die Batterie doppelte Reichweite hätte bei halbiertem Gewicht , die Ladezeiten nicht länger wären als ein normaler Tankvorgang, ja dann hätte der Tesla das Zeug zum Weltmarktführer. Hätte, hätte, Fahrradkette.

 Aber man kann ja noch träumen. Die Realität ist bitter genug.

 Mit freundlichen Grüßen 

Ebenfalls bemerkenswert ist der Artikel in der FAZ vom Dezember 2013, in dem die Chefs von Mercedes, BMW und VW-Audi-Porsche persönlich aufs Korn genommen werden:FAZTeslaDieter

Der volle Text ist hier nachzulesen und enthält obendrein ein kleines Filmchen:

http://www.faz.net/aktuell/technik-motor/auto-verkehr/fahrberichte/fahrtbericht-tesla-model-s-dieter-norbert-martin-aufgepasst-12690336.html

Ich schreibe den nachfolgenden Leserbrief:

Dieter, Norbert und Martin,

 Das sind die Chefs der hiesigen Premium-Marken Mercedes, BMW und VW-Audi-Porsche. Nein, das sind gestandene Automobilisten und keine geistigen Mantafahrer. Und deswegen werden sie dem in der FAZ vom 3.12. hochgelobten Tesla kaum etwas abgewinnen können. Dieter Zetsche etwa kann mit einem E-Klasse-Kombi bequem und flott die Strecke Hamburg-München an einem Tag zurücklegen ohne dafür eine Übernachtung zwecks Nachtanken einplanen zu müssen. Und Norbert Reithofer zeigt auf der freien Autobahn  mit einem ganz normalen BMW-Fünfer dem verdutzten Tesla-Fahrer, wo der Hammer hängt. Während nämlich der nominell über 400-PS-starke Tesla zwecks Schonung der Batterie bei 210 km/h abgeregelt werden muß, kann der BMW auch darüber hinaus noch mal ordentlich Gas geben. Und Tschüss! Dem Tesla-Chauffeur bleibt der sehnsüchtige Blick auf Auspuff und Heckemblem  der bayerischen Limousine. Und Martin, mit Nachnamen Winterkorn? Der freut sich, daß seine Audi-Sportbacks auch mit Allrad durchweg günstiger zu haben sind als der Amerikaner mit dem Heckantrieb. Und Martin muß sich dabei nicht mit 88 km/h auf der LKW-Spur einordnen um  500 Kilometer bis zur nächsten Tanke zu schaffen. Und wenn mal was zu transportieren ist: Alle Audis, BMWs und Daimlers können mit Dachgepäckträger für Surfbrett oder Skibox ausgerüstet werden. Und bei Bedarf  auch einen Wohnanhänger an den Haken nehmen. Tesla? Fehlanzeige.

 Nein, der Tesla ist  Spielzeug und Lifestyle-Accessoire  für kalifornische Yuppies. Dort  zockelt man  auch gerne mit  Ferraris geschwindigkeitsbeschränkt mit maximal 120 km/h über die Highways. Für die tägliche Pendelei von Oakland nach Palo Alto reicht der Tesla allemal.  Für die Urlaubsfahrt mit Familie und Gepäck hat man ja noch spritschluckenden SUV zusätzlich in der Garage.

 Das A und O der Elektromobilität sind leistungsfähige Batterien. Da ist ein technischer Durchbruch noch nicht in Sicht; leider. Der Tesla muß sich mit einem Akku abschleppen, der allein schon mehr wiegt als ein VW-Käfer von damals. Viel weiter bringt ihn das auch nicht.

 Der verantwortliche Redakteur Boris Schmidt bedankt sich für die Zuschrift. Abgedruckt wird dieser Leserbrief allerdings nicht.

Wer sich an weiteren Lobpreisungen für Tesla erfreuen will, der wird auch hier fündig:

http://www.auto-motor-und-sport.de/fahrberichte/tesla-model-s-heimlich-still-und-leise-richtung-zukunft-5997753.html

Der ausführlichste, objektivste und damit beste Bericht zum Tesla findet sich beim ADAC:

http://www.adac.de/_ext/itr/tests/Autotest/AT5022_Tesla_Model_S_Performance/Tesla_Model_S_Performance.pdf

Der Fragenkatalog, den ich damals an den ADAC adressiert hatte, wurde seinerzeit wie folgt beantwortet:

Sehr geehrter Herr Ulrich,

vielen Dank für Ihre Mail, die ich stichpunktartig beantworten und die Antwort gleich unter die jeweilige Frage schreiben werde.

Reichweite: Wurde die „fabelhafte“ Reichweite von 415 km auf dem Rollenprüfstand ermittelt oder bei einer echten Testfahrt?

Wir ermitteln bei jedem Fahrzeug den Verbrauch und damit die Reichweite auf dem Rollenprüfstand, um eine Vergleichbarkeit unter den verschiedenen Modellen gewährleisten zu können. Hier haben wir keine Einflüsse von der Fahrweise, des Verkehrs und der Außentemperatur – andere Autozeitschriften nehmen diese Unschärfen in Kauf. 

  1. Testfahrt: Wenn die Reichweite bei einer echten Testfahrt ermittelt wurde: Welche Strecken wurde unter welchen Bedingungen gefahren? Wurden die Klimaanlage bzw. die Heizung benutzt? Wie war die Außentemperatur?

Der ADAC EcoTest wird mit Klimaanlage, Licht und auch einem Autobahnzyklus gefahren. Zudem wird nicht der NEFZ gefahren, sondern ein weitaus anspruchsvollerer Zyklus, der deutlich mehr Beschleunigungsphasen beeinhaltet. Unsere Angaben sind dadurch verlässlich und sehr realitätsnah. (EcoTest im Anhang)

  1. Rollenprüfstand: Nach Angabe von Tesla:  http://www.teslamotors.com/de_DE/beträgt  das Leergewicht des Tesla S über zwei Tonnen. (Diese Angabe fehlt leider in der RubrikDaten/ ADAC-Messwerte der Motorwelt)  War der Rollenprüfstand im Fahrzyklus auf dieses Gewicht  programmiert? Welches Gewicht entfällt auf die Batterie?

Selbstverständlich, unsere Testingenieure wissen, was sie tun…die Batterie wiegt rund 800 Kilo. Im angehängten PDF des ausführlichen Tests finden Sie auch das gemessene Leergewicht von 2120 kg.

  1. Notfallsituation: Wenn die Batterie leergefahren wurde und das Fahrzeug liegenbleibt: Funktionieren dann noch Warnblinkanlage und Beleuchtung?

Eine zusätzliche 12V-Batterie sorgt für die beschriebenen Funktionen

  1. Batterie:Welches Gewicht entfällt auf die Batterie? Wie lange dauert eine Vollladung an einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose? Wie aufwendig ist das Wechseln der Batterie?

Gewicht: s.o. Die Ladezeiten mit den unterschiedlichen Stromstärken ersehen Sie aus dem Kapitel „Alltagstauglichkeit“ im angehängten PDF. Wie aufwändig das Wechseln der Batterie ist, kann ich Ihnen nicht sagen.

  1. Fahrleistungen:Warum hat der Tesla bei einer nominalen Leistung von 422PS die relativ bescheidene Höchstgeschwindigkeit von nur  210 km/h? Üblicherweise sind Fahrzeuge mit dieser Motorisierung bei 250 km/h abgeregelt oder fahren deutlich schneller.

Der Tesla würde auch schneller fahren, ist aber bei 210 km/h abgeregelt. Was bei einem Elektroauto Gang und Gäbe ist: Ein Nissan Leaf wird zum Beispiel bei 160 km/h abgeregelt, ein BMW i3 bei 150 km/h. Die Begrenzung ist auch sinnvoll. Denn die an sich schon sehr eingeschränkte Reichweite bei einem Elektroauto wird bei sehr hohen Geschwindigkeiten im Nu aufgezehrt. Zudem werden Motor und Akku schneller heiß und müssen dann umso mehr gekühlt werden – was ebenfalls Energie und Reichweite kostet. EIn Nissan Leaf kommt bei zurückhaltender Fahrweise rund 130 Kilometer, bei Dauer-Vollgas (160 km/h) schafft er nur noch 60-70. Ich denke, dass die 210 km/h des Tesla durchaus ausreichend bemessen sind.

  1. Höchstgeschwindigkeit:Wie lange kann der Tesla mit einer Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h bewegt werden?

Wir messen weder bei Verbrennern noch bei E-Autos den „Maximalverbrauch“. Aber gehen Sie einfach davon aus, dass bei Dauervollgas die Reichweite sehr rasch zusammenschmilzt.

  1. Bremsverhalten:Wurde auch das Bremsverhalten getestet?  Wie werden die Bremsen mit den über zwei Tonnen fertig? Welchen Anteil hat die Rekuperation an der Bremsleistung? Wie ist die Bremsleistung bei Ausfall der Rekuperation?

Die Bremsen des Tesla sind top (34,1 Meter Bremsweg aus 100 km/h), wurde am Schluss bei Plus/minus erwähnt, fadingfrei und standfest. Da im normalen Fahrbetrieb sehr stark rekuperiert wird, können Sie den Wagen praktisch mit dem Gaspedal fahren – gewinnen so Energie zurück und schonen die bremsen. Bei einer Vollbremsung kommen hauptsächlich die mechanischen Bremsen zum Tragen.

  1. Abschleppverhalten:Kann der Tesla mit einem Seil abgeschleppt werden oder ist ein Spezialtransporter notwendig? Kann der Tesla selbst andere Fahrzeuge abschleppen? Gibt es dafür eine Vorrichtung?

Im Display lässt sich der „Abschleppmodus“ einstellen, so dass der Tesla meines Wissens auch per Seil abgeschleppt werden kann.

  1. Insassensicherheit:Wurde das  Crash-Verhalten des Tesla getestet? Wenn ja, wie sind die Werte?

Ein EuroNCAP-Crash hat (noch) nicht stattgefunden, so dass wir keine konkrete  Aussage treffen können. In den USA hat er nach den dortigen Crashnormen allerdings mit Bravour abgeschnitten.

  1. Versicherung:In welche Typklassen ist der Tesla eingeordnet?

Die Kfz-Steuer würde 74 Euro pro Jahr betragen, allerdings haben Elektrofahrzeuge eine zehnjährige Steuerbefreiung. Als Versicherungstarif ist derzeit nur ein fester Beitrag der Tesla Insurance Versicherung verfügbar. Dieser beträgt 880 Euro (pauschal) pro Jahr und beinhaltet sowohl die Haftpflicht-, als auch die Vollkaskoversicherung (500 Euro SB). Dabei spielt es keine Rolle, in welcher Schadensfreiheits- und Regionalklasse man eingestuft ist.

  1. Service-Netz:Wo befinden sich die Werkstätten für Tesla-Fahrzeuge?

Auf www.teslamotors.de finden Sie dazu alle Informationen

  1. Garantie:Welche Garantieleistungen werden für Batterie/Fahrzeug geboten?

Batterie: 8 Jahre ohne km-Begrenzung. Der Garantiefall tritt dann ein, wenn die Leistungsfähigkeit der Batterien um mehr als 15 Prozent nachgelassen hat. Garantie auf das Fahrzeug: 4 Jahre bzw. 80000 km

  1. Zubehör:Welches Zubehör ist erhältlich? Ist der Tesla für Anhängerbetrieb zugelassen? Wenn ja, welche Lasten? Kann eine Anhängerkupplung z.B. für Fahrradtransport montiert werden? Ist die Montage eines Dachgepäckträgers vorgesehen?

Hier bin ich überfragt, hier kann Ihnen Tesla bestimmt etwas dazu sagen http://www.teslamotors.com/de_DE/contact

Eine allgemeine Frage: Wie bereitet sich der ADAC künftig  auf eine eventuell  zunehmende Zahl von Elektrofahrzeugen vor? Haben die Gelben Engel demnächst Stromaggregate an Bord um liegengebliebene Fahrzeuge wieder aufzuladen? Unsere Techniker sind auf Elektroautos geschult und kriegen somit auch diese Autos wieder flott. Bei einer leeren Batterie hilft allerdings nur abschleppen – zur nächsten Steckdose. Eine Batterie zum Aufladen der Havaristen kann in unseren Straßenwachtautos schon rein aus Platzgründen nicht mitgeführt werden.

Viele Grüße!  Jochen Wieler

Mein Fazit: Für die deutschen Autobauer ist Tesla nicht mal ein Papiertiger. Sondern als Konkurrent einfach nicht wahrnehmbar. Den Tesla-Aktionären wünsche ich Geduld und Leidensfähigkeit. Sie werden es brauchen.

Bisher gibt es für mich keine Veranlassung, an meinem schon vor zwei Jahren veröffentlichten Text zu dem Thema Elektromobilität irgendetwas abzuändern:

https://hansberndulrich.wordpress.com/2013/11/13/elektroauto-illusion-und-irrtum/

Euer Bernd

 

 


One Comment on “Tesla: Killer oder nur Papiertiger?”

  1. Hans Albrecdht sagt:

    2009 haben wir in München in der „BMW-Welt“ ein Auto abgeholt. Im Erdgeschoß war das Chassis eines Hybridautos ausgestellt, elektrischer Antrieb, Batterie, Aufladen der Batterie alternativ über Netz oder Generator, der von einem Verbrennungsmotor angetrieben wird.
    Ich war von der Konzeption begeistert, weil ich ein Elektroauto ohne die alternative Lademöglichkeit mittels Verbrennungsmotor als problematisch einschätzte. Als Elektrotechniker und Physik interessierter habe ich mich dann relativ ausführlich mit der Technik und den Problemen beschäftigt und mir eine eigene Meinung gebildet. Das hat mich diesbezüglich ernüchtert.

    Das KFZ mit Verbrennungsmotor hat im Schwachlastbetrieb und besonders im Lastwechselbetrieb (Stadtverkehr) einen sehr geringen Wirkungsgrad. Da hat der Elektroantrieb wesentliche Vorteile, nicht nur die Möglichkeit der generatorischen Energierückspeisung beim Bremsen.

    Der Wirkungsgrad eines KFZ mit Verbrennungsmotor wird bei höherer Belastung wesentlich besser.

    Das wird auch der Grund dafür sein, dass Elektroantriebe für LKW oder Fernbusse kein Thema sind.
    Selbst bei Stadtbussen, die zwischen nicht allzu weit auseinander liegenden Endhaltestellen fahren, ist der Elektroantrieb soweit mir bekannt ist, kein breites Thema.

    Selbst Obusse, die keine Antriebsbatterien benötigen, wurden weitgehend abgeschafft.

    Für den Kurzstreckenbetrieb kann ich mir eine gewisse Verbreitung rein elektrisch betriebener kleiner Kraftfahrzeuge vorstellen, von der Entwicklung der Elektrofahrräder ausgehend.

    Für den Langstreckenbetrieb kann ich mir unter Berücksichtigung der derzeitig absehbaren Leistungsfähigkeiten der Batterien eine massenhafte Verbreitung elektrisch angetriebener Kraftfahrzeuge nicht vorstellen.

    Hans Albrecht

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