Siebentausend Selbstmorde in Griechenland

Nikos Kotzias

Nikos Kotzias

Und daran sind natürlich wir Deutsche schuld.  Denn wir rauben den Menschen dort ihre Perspektive. Von wem wir das wissen: Der griechische Außenminister Nikos Kotzias (so heißt der wirklich!) hat am 29. Mai der FAZ ein Interview gegeben; hier nachzulesen:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/aussenminister-nikos-kotzias-im-interview-13617335.html

Ich überlege: Siebentausend  Selbsttötungen in Griechenland seit 2010. In Deutschland bringen sich zehntausend Menschen um. Jedes Jahr. Die sogenannte Selbstmordquote war und ist  bei uns von jeher höher als bei unseren lebenslustigen griechischen Freunden. Warum wohl? Weil die griechische Durchschnittsrente höher ist als bei uns daheim? Weil hierzulande  über die Hälfte der Bevölkerung in Mietwohnungen kümmert, während es sich hingegen 80% aller Griechen in den eigenen vier Wänden gutgehen läßt? Weil wegen der Eurokrise deutsche Lebensversicherungen gekürzt werden und das Ersparte auf der Bank nichts mehr bringt? Oder weil so viele von unseren Steuermilliarden alljährlich und unwiederbringlich in den Sümpfen des Peleponnes versickern? Oder weil das mittlere Vermögen griechischer Haushalte doppelt so hoch ist wie das unserige? Das hat immerhin die Europäische Zentralbank schon vor zwei Jahren festgestellt, nachzulesen hier:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ezb-vermoegen-in-griechenland-groesser-als-in-deutschland-a-893412.html

Fragen über Fragen. Aber Tote können nicht mehr antworten. Wehmutsvoll  konstatiert Nikos: „Früher waren Griechenland und Deutschland mal ein Liebespaar“.  Recht hat er. Die Hellenen waren und sind uns lieb, vor allem aber teuer.

Die beiden sind sich einig: Deutschland zahlt

Die beiden sind sich einig: Deutschland zahlt

Eine Lektion sollten wir uns hinter die Ohren schreiben: Mit Geld erkauft man sich keine Freundschaften. Nein,  man weckt nur neue Ansprüche und  Begehrlichkeiten. Und werden die mal nicht erfüllt, dann wird es unangenehm. Schließlich wird die Hand, die füttert, gebissen.

Übrigens: Wer etwas mehr über die schillernde Persönlichkeit des Nikos Kotzias erfahren will, der wird hier fündig: http://www.faz.net/aktuell/politik/europaeische-union/bei-kotzias-amtseinfuehrung-kam-es-fast-zum-affront-mit-venizelos-13397548.html Zitat: Salonkommunist und Frauenschwarm.

Nein, ich fühle mich nicht schuldig. Liebe Hellenen, blickt in Richtung Bosporus, rüber in die Türkei. Dort brummt die Wirtschaft seit über zehn Jahren. Ganz ohne EU-Subventionen und Euro; trotz Erdogan. Die Staatschuldenquote ist lächerlich gering, ganze 100% niedriger als die griechische (42% gegen 148%).

Nehmt Euch ein Beispiel!

Das wünscht sich

Euer Bernd

Nachtrag am 14.6.: Nach einer internationalen Studie sind die Dänen die glücklicher als alle ihre Nachbarn in Europa; siehe hier:

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2013-09/un-bericht-daenemark-glueck

Klar: Die Dänen haben keinen Euro. Sondern immer noch die Dänenkrone. 


One Comment on “Siebentausend Selbstmorde in Griechenland”

  1. nwhannover sagt:

    Hat dies auf nwhannover rebloggt.

    Gefällt mir


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