Spenden aus Jux und Dollerei?

Dürfen Reiche überhaupt an Parteien spenden? Diese Frage stellt sich unwillkürlich nach der Lektüre der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 20. Oktober 2013. Unter der Überschrift: Parteispenden zahlen sich nicht aus nimmt sich Redakteur Rainer Hank der Spende von Familie Quandt  an die CDU in Höhe von 690.000 Euro an. Diese Gabe von Susanne, Johanna und Stefan an die Christdemokraten gefällt den Redakteur nämlich überhaupt nicht.

Und so zieht er kräftig vom Leder. Er glaubt einfach nicht, daß Reiche überhaupt uneigennützig spenden. Wörtlich: Die Quandts leugnen jeden Zusammenhang … In dieser Verteidigungsrede schwingt viel Scheinheiligkeit mit. Industrielle haben kein Geld zu verschenken, sonst hätten sie es mutmaßlich nicht zu ihrem Reichtum gebracht. Sie haben auch nicht einfach mal 690.000 Euro übrig, um …. aus staatsbürgerlicher Verantwortung das demokratische System zu stabilisieren. Solange man ihnen einigermaßen rationales Verhalten unterstellen darf, wird man auch hinter Unternehmerspenden eine klare Absicht vermuten dürfen. Und konstatiert: Wenn die Quandts der CDU Geld spenden, machen sie das nicht aus Jux und Dollerei.

Punktum. Im Umkehrschluss: Wenn Reiche uneigennützig spenden, dann handeln sie nicht rational. Im Volksmund: Sie wären nicht ganz klar in der Birne. Das ist die Logik des Rainer Hank.

Dümmer geht’s nimmer. Denn das ist genau die Denke von Lieschen Müller. Von einem Wirtschaftsredakteur der FAZ hätte man  Besseres erwartet.   Was ist mit Mäzenen wir zum Beispiel Gates, Buffet oder hier in Deutschland Hopp, Plattner, Mohn? In der Vergangenheit: Siemens, Bosch? Oder wieder in Ami-Land: →Carnegie, →Rockefeller? Die haben nicht nur Hundertausende, sondern zig Millionen und Milliarden für gemeinnützige Zwecke gespendet. Eben will sie reich waren und es sich leisten konnten.

 Helfen wir dem Erinnerungsvermögen von Rainer Hank (Jahrgang 1953) bezüglich Parteispenden mal auf die Sprünge:  Zum Beispiel die →6 Mio. Gabe von Helmut Horten an die FDP im Jahre 1983. Horten lebte zu dem Zeitpunkt mitsamt seinem Vermögen längst in der Schweiz,  er brauchte keine politische Fürsprache in Deutschland, für was auch immer. Der Kuddelmuddel hierzulande konnte ihm egal sein.- Oder die 800.000 DM Spende des SPD-Mitglieds und WAZ-Herausgebers →Erich Schumann an Helmut Kohl in den Neunzigern. Das brachte dem Spender keine müde Mark zusätzlich, stattdessen den Zorn der Genossen, Rauswurf aus der Partei und Auflagenrückgang seiner Zeitung. Herr Hank freut sich: Die meisten akademischen Untersuchungen zur Wirkung von Parteispenden können keine großen Vorteile für die Spender nachweisen. Kein Wunder, vielleicht war das gar nicht beabsichtigt? 

Wieso sollen nicht auch Reiche Altruismus an den Tag legen können?  Gibt es ein Naturgesetz, das dem entgegen steht?

Zu guter Letzt bemüht Rainer Hank dann mal wieder die alte Leier von der FDP und der Mövenpickspende. Der informierte politische Beobachter weiß, daß die reduzierte Mehrwertsteuer für Hoteliers ein ursprünglicher →Gedanke der CSU war. In Österreich gab es nämlich diese Vergünstigung schon lange, da wollten die Bayern nicht nachstehen. Es gehört zu den politischen Glanzstücken von Seehofer, Merkel und Konsorten, die Vaterschaft dieser Idee später den Liberalen unterzujubeln.   

Haken wir das Elaborat von Rainer Hank mal einfach unter Jux und Dollerei ab.  Und hoffen, daß er künftig geistreichere Kommentare zu Papier bringt.

FAS vom 20.10.2013

FAS vom 20.10.2013



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