Lichtenhagen: Wie selbsternannte „Antifaschisten“ eine Denkmal-Eiche köpften

Der Baumstumpf von Lichtenhagen

Der Baumstumpf von Lichtenhagen

In allen deutschen Medien wurde letztens ausgiebig des 20. Jahrestages der Krawalle von Rostock gedacht. Engagierte Bürger pflanzten eine Eiche … die wurde nun von Extremisten abgesägt. Nicht etwa von Neo-Nazis, nein selbsternannte Antifaschisten! Spiegel-Online berichtet dazu:→ Ganze zwei Tage stand die frisch gepflanzte Friedenseiche vor dem Sonnenblumenhaus in Rostock-Lichtenhagen – als Mahnmal gegen Rassismus und Fremdenhass. Dann wurde der Baum mitten in der Nacht gefällt. Zu der Tat bekannt hat sich eine linksextreme Gruppe. Auch andere Zeitungen berichteten ausführlich, etwa Die Zeit  oder Die Welt. Was geht eigentlich in den Köpfen solcher Antifaschisten ab: Schauen wir mal in das →Bekennerschreiben:

 Wir haben in der Nacht vom 28. auf den 29. August, gegen  halb 2, in etwa einem Meter Höhe, die Eiche neben dem Sonnenblumenhaus abgesägt. Denn dieses Symbol für Deutschtümelei und Militarismus ist für die Menschen, die 1992 dem Mob in Rostock-Lichtenhagen ausgesetzt waren, ein Schlag ins Gesicht.

 Auch dass dieser Baum in der Zeit des Nationalsozialismus als sogenannte Hitlereiche gepflanzt wurde, macht ihn unvertretbar. Dass ausgerechnet Joachim Gauck, der Sarrazin einen mutigen Man nennt und der Meinung ist, dass das Wort Überfremdung legitim sei, auf einer der Veranstaltungen reden durfte, zeigt für uns wie fehlerhaft und falsch der momentane Ansatz einer offiziellen Aufarbeitung in Rostock ist. Dass zwei Mitgliedern des deutsch-afrikanischen Freundeskreises Daraja e. V. trotz offizieller Einladung und ohne Begründung der Einlass zu dieser Gedenkveranstaltung verwehrt wurde, setzt dem Ganzen nur noch die Krone auf.

 Rostock-Lichtenhagen, 20 Jahre nach Pogrom, Arbeitsgruppe antifaschistischer Fuchsschwanz   

 Die Fundstelle ist in diesem Forum: https://linksunten.indymedia.org/de/node/66240

 Die Lektüre der Kommentare zu diesem Bekennerschreiben ist amüsant und skurril. Auch ich fühle mich verpflichtet, da noch eine Satire draufzusetzen:

 Bravo, super Performance! Altmeister Josef Beuys, Gott hab ihn selig, wäre stolz auf solch gelehrige Schüler! Sein vermutlicher Kommentar zum Happening: Das Schweigen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald wird überbewertet. Zusammen mit der Aktion als solcher, der Rezeption und diesem Forum bildet es als Gesamtkunstwerk eine geschlossene Entität.

 Mancher mag einwenden: Im Gedenken an die zahllosen Opfer des furchtbaren Pogroms, die unbeschreiblichen Grausamkeiten,  Morde, Totschlag, Verstümmelungen und Schändungen, ist da eine solche Aktionskunst überhaupt  die angemessene Erinnerungskultur? Ja, sicher! Über das  symbolhafte der kultischen Handlung, der Enthauptung der deutschen Eiche, der gedankliche Bogen vom Fuchsschwanz über den deutschen Mantafahrer bis hin  zum geistigen Tiefflieger wurde in diesem Forum bereits umfänglich interpretiert. Bleibt noch eine alte Bauernregel nachzutragen: Wenn der Schwanz steht, dann steht auch das Hirn! Und damit sind wir bei der sinnlich-erotischen  Komponente der Performance: das Rhythmische Vor-und zurück mit dem (Fuchs)Schwanz, das Keuchen verschwitzter, antifaschistischer Leiber in heftiger Bewegung, das sich immer tiefer Hineinfressen der scharfen Sägezähne in das feuchte Holz,  dann der Höhepunkt: der krachende Fall der mächtigen Eichenkrone. Wo ist eigentlich das Video?  Die antifaschistischen Lumberjacks haben mit Bedacht auf die Kettensäge verzichtet sondern den guten Fuchsschwanz zur Hand genommen. Denn das sollte gar keine Fällaktion sein, sondern ein Baumschnitt. Also eine Beschneidung! Damit sind wir beim  Mega-Thema im diesjährigen politischen Sommertheater! Und übrig bleibt ein phallisches Symbol! Oh Mann, warum habt Ihr den tiefen Sinn dieser Performance nicht begriffen?

 Klar, der eine oder andere wünscht sich wieder einen echten Baum. Irgendein Kommentar in diesem Forum hat einen Tannenbaum vorgeschlagen. Ja, wie krank ist das denn! Ausgerechnet der Tannenbaum, Symbol dumpfer deutscher Spießigkeit. Wie grölten die germanischen Altvorderen: Oh Tannenbaum oder Hohe Tannen weisen die Sterne. Geht gar nicht! Wenn schon, dann ein Birnbaum. Aber es sollte was von der Spezies „Weiche Birne“ sein, damit durch Fallobst nicht  weiterer Dachschaden verursacht wird. Mancher denkt da wohl an Helmut Kohl.

 Indessen: Im Andenken an das Pogrom sollte der neu zu pflanzende Baum  ein Migrant sein.  Eine Douglasie? Mit über 60 Metern wächst die besonders hoch, könnte sogar den hübschen Plattenbauten ringsum Schatten spenden.  Aber Vorsicht: diese Neuankömmlinge in heimischen Fluren werden  durch Greenpeace unbarmherzig verfolgt. Warum bestehen diese ewig-gestrigen eigentlich auf der Rassenreinheit von Germaniens Wäldern? Und außerdem: Die Douglasie kommt aus Nordamerika, aber die Leidtragenden des Pogroms waren Nordvietnamesen. Nein, das wäre eine späte Verhöhnung der Opfer durch den imperialistischen Aggressor!  Nächster Vorschlag: Ein asiatischer Bohdi-Baum. Unter einem solchen hatte schon vor Jahrtausenden Buddha seine Erleuchtung gefunden. Könnte für Rostock also nicht schaden. Einziger Einwand: Das Gewächs ist nicht winterhart. Also doch lieber eine Kastanie. Die kommt wenigstens aus der Türkei.  Aber dieser Baum sollte wirklich durch unsere Aktivisten mit einem antifaschistischen Schutzwall versehen werden. Damit, falls es in Lichtenhagen mal wieder brennt, kein Nazi auf die Idee kommt, die Kastanien aus dem Feuer holen zu müssen.“

 Eine Zeitlang war dieser Kommentar tatsächlich bei den Linken sichtbar: 

Antifaschisten als Aktionskünstler?

Antifaschisten als Aktionskünstler?

Aber leider überlebt mein Eintrag nicht lange, er fiel ganz einfach der Zensurschere der Linken zum Opfer. Naja, nicht jeder versteht Satire, und oft ist es unbequem. Politische Kabarettisten leben von diesem Zwiespalt: Den Minderbemittelten erschließt sich der Witz nicht, und andere fühlen sich auf den Schlips getreten.

 Aber ansonsten ist diese  hübsche linke Plattform durchaus lesenswert. Gibt einen guten Eindruck in die Denke des extremen linken Spektrums: https://linksunten.indymedia.org/de

 Es gab übrigens noch einen →Eintrag (nicht von mir), der zensiert wurde:

 Viel Spaß beim Lesen!

Euer Bernd

Hassobjekt der Antifa: Die deutsche Eiche, hier auf den alten 50-Pfg.-Stück, Symbol des Wiederaufbaus

Hassobjekt der Antifa: Die deutsche Eiche, hier auf den alten 50-Pfg.-Stück, Symbol des Wiederaufbaus



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