Berichterstattung n-tv.de über Fukushima zum 1. Jahrestag

Liebe Freunde von der schreibenden Zunft,

der Schuster bleibt bei seinen Leisten! Und Euch von der Nachrichtenmanufaktur fällt zu Fukushima auch nix neues mehr ein. Zum Jahresgedenken immer noch keine Bilder und Nachrichten von Opfern! Einfach zu blöde für Katastrophenjournalismus!

Gut, daß es da die alten Antiatomkraftapostel von der GSS gibt, denen Ihr mangels sonstiger Nachrichten zum Fukushima-Jubiläum nochmal breiten Raum für ihre Spekulationen einräumt:

http://www.n-tv.de/politik/Fukushima-ist-nicht-ueberstanden-article5731966.html

GSS gleich Gesellschaft für Strahlenschutz, das erweckt irgendwie Assoziationen mit seriösen Forschungseinrichtungen wie etwa der GRS (Gesellschaft für Reaktorsicherheit) oder ISS (Institut für Strahlenschutz am Deutschen Forschungszentrum). Das ist vermutlich auch  beabsichtigt, geht aber völlig ins Leere. Denn mit denen haben diese Experten, die sich ihren Namen selber erfunden haben, genau so wenig zu tun wie die Geschichte von Peterchens Mondfahrt mit dem Apollo-Programm.  Ein kurzer Blick in deren Homepage zeigt jedem halbwegs Interessierten, daß es sich um eine ideologische Splittergruppe handelt, die sich  krampfhaft einen wissenschaftlichen  Anstrich zu geben versucht. Interessant, mal in deren Publikationen zu blättern: Wird da doch allen Ernstes behauptet, in Deutschland hätten in den Achtzigern Kernfusionsexperimente (!) stattgefunden, die wiederum eine Leukämieepidemie ausgelöst hätten. Von da bis zur Ufologie vom Schlage eines Däniken ist es nicht mehr weit.

Aber schauen wir mal, was die Euch so auftischen: Genau neun Monate nach Tschernobyl gab es in Berlin eine Spitze von Down-Syndrom-Kindern.  Ja Ihr Leute, ich habe Euch doch schon im Dezember empfohlen mit den Kameras in den Kreissälen rund um Fukushima nach Missbildungen zu fahnden! Wo bleiben denn da die Bildreportagen? Ihr von der Nachrichtenmanufaktur habt Eure Hausaufgaben nicht gemacht! Oder konntet Ihr nicht liefern?

Aber die alte Geschichte  wurde ja schon damals angezweifelt:

http://www.zeit.de/1987/18/wirklich-mehr-missbildungen/seite-1

Was unsere Anti-Atom-Missionare aber nicht davon abhält, mit diesem alten  Hut immer noch herum zu tingeln. Aber wir brauchen ja gar nicht so weit zurück zu gehen, schauen wir doch mal, was die von der GSS Euch erst letztens so alles aufgetischt haben:

http://www.n-tv.de/Spezial/Viele-der-50-Arbeiter-werden-sterben-article2857281.html

Daraus zitiert:

Mit Sicherheit hätten sie jetzt schon erhebliche gesundheitliche Schäden, da sie der Strahlung quasi ungeschützt ausgeliefert seien, denn „Schutzanzüge helfen nicht gegen radioaktive Strahlung …“Die Höhe der Strahlungsdosis, wie sie mit 400 Millisievert pro Stunde angegeben wurde, bedeutet, dass eine Person am Reaktor, sei es ein Feuerwehrmann, Bedienungspersonal oder Katastrophenhelfer, innerhalb von zwölf Stunden eine Dosis bekommt, wo 50 Prozent der so Belasteten innerhalb der nächsten Wochen sterben werden“, sagte der Vorstand des Otto Hug Strahleninstituts in München.

Aha! Das zitierte Otto Hug Institut ist übrigens  personenidentisch mit der GSS. Aber inzwischen  wissen wir es besser. Nach einem Jahr erfreuen sich besagte 50 Arbeiter gottseidank immer noch bester Gesundheit. Wer es nicht glaubt, kann ja mal hier in der Publikation der GRS (Gesellschaft für Reaktorsicherheit) nachlesen:

http://www.grs.de/sites/default/files/pdf/P18827_GRS_Fukushima_WEB.pdf

Aber wie war das mit dem Nasenbluten? Klar, jetzt weiß ich warum die in Japan immer mit Mund- und Nasenschutz rumspazieren. Im Ernst: Ich bin weit davon entfernt, die Tragödie in Fukushima zu verniedlichen. Schlimm genug, daß auf einer Fläche, die etwa so groß ist wie der Bodensee, die Menschen, etwa 60.000 an der Zahl, ihre Häuser und Wohnungen verlassen mussten. Und aus durchaus berechtigter Sorge um die Gesundheit in nächster Zeit nicht zurückkehren können.  Wenn es eine Nation gegeben hat, die in der Vergangenheit schlimme Erfahrungen mit radioaktiver Strahlung gemacht hat, dann war es Japan. Die haben überhebliche Belehrungen durch  Besserwisser nicht nötig.

Der Tag wird nicht so fern sein wo sich ein verdutztes Publikum fragen wird,  was es denn mit dem Super-Gau und der Berichterstattung darüber nun tatsächlich auf sich hatte. Zieht Euch schon mal warm an.

In diesen Sinne, bis zum nächsten Mal .

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Ulrich



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