Artikel in der RP vom 23.2.2012: Gaucks erste Krisensitzung

Sehr geehrter Herr  Bröcker,

ich beziehe mich auf Ihren durchaus lesenswerten Kommentar (oder sollte es eine Nachricht sein?) unter der Überschrift „Gaucks erste Krisensitzung“  in der RP vom 23.2.2012.  Indessen will ich eine  spezielle Wortwahl in Ihrem Artikel nicht unwidersprochen im Raum stehen lassen. Schreiben Sie da doch wörtlich: Eine Kumpanei mit Sarrazin lässt sich da schwerlich herauslesen. Nun, üblicherweise haben Säufer und Kriminelle ihre Kumpane. Thilo Sarrazin wurde zwar bisher in der öffentlichen Diskussion alles Mögliche unterstellt, Trunksucht war indessen noch nicht dabei. Bleibt nur der Schluss übrig, daß Sie ihn in der kriminellen Ecke verorten.  Nun wissen wir alle, daß Thilo Sarrazin noch SPD-Mitglied ist. Somit ein krimineller Genosse?  Es gab ja vor einem Jahr eine hochkarätig besetzte SPD-Kommission, die über Thilos Parteiausschluss zu befinden hatte. Diese armen Parteisoldaten mussten sich einer Prozedur unterziehen, die  sich nach eigenem Bekunden sowohl unsere Kanzlerin, der SPD-Vorsitzende und der damalige Bundesbankpräsident erspart haben: Sie mussten nämlich Thilos Werk mit  über 400 Seiten von vorne bis hinten durchlesen. Das Ergebnis ist bekannt: Leider nichts, was justiziabel war für einen Parteiausschluss. Ich will Ihnen, Herr Bröcker, ebenfalls zugutehalten, daß Sie dieses  Buch „Deutschland schafft sich ab“  nicht gelesen haben. Das ist nichts ehrenrühriges, schließlich ging  dieses Werk nur ca. 1,5 Millionen mal über den Ladentisch. Zu wenig, um jeden der ca. 50 Mio. alphabetisierten Einwohner dieses Landes zu erreichen. Und Sie befinden sich obendrein in guter Gesellschaft, siehe oben.

Sollten Sie dieses Buch trotzdem gelesen haben, würde ich gerne über die „Biologistischen Thesen Sarrazins“, wie Sie es nennen, diskutieren. Denn Sarrazin beruft sich stets auf aktuelle Forschungsergebnisse, unter anderem auch der Universität Haifa. Oder ist der Gedanke, daß nicht nur körperliche, sondern auch geistige Anlagen (teilweise!) genetisch bedingt sein könnten, bereits biologistisch? Nun, da fühle ich mich selbst betroffen. Wie gern hätte ich schon als Kind Gitarre oder Quetschkommode gespielt! Leider war ich total unmusikalisch, das Geld für Flöten- und Klavierunterricht war zum Fenster hinausgeworfen. Nun ja, weder meine Eltern noch die Großeltern hatten einen Hang zu Musikalität. Sie haben bei mir das Beste versucht, leider vergebens.  – Oder lag es etwa doch an inkompetenten Lehrern?

Ich will an dieser Stelle keinen Nachhilfeunterricht erteilen über die Inhalte von Thilos Buch. Für den Fall, daß Sie da doch in die Materie einsteigen wollen lege ich Ihnen einen Leserbrief und zugehörige die Korrespondenz mit der Playboy-Redaktion bei.  Das Ganze ist ca. ein Jahr alt. Übrigens: Mein Leserbrief wurde im Jan 2011  als der beste des Monats im Playboy prämiert.  Was die RP-Redaktion betrifft, habe ich da allerdings keine Erwartungshaltung.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Ulrich

http://nachrichten.rp-online.de/politik/gaucks-erste-krisensitzung-1.2726918

https://hansberndulrich.wordpress.com/category/sarrazindebatte/page/4/

 



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