Mein Jahresrückblick 2010

Liebe Freunde,

sofern noch nicht geschehen, wünsche ich Euch auf diesem Wege Alles Gute zum gerade begonnenen Neuen Jahr!

In den letzten Wochen waren die Zeitungen ja voll von Jahresrückblicken. Nicht in allen habe ich meine Empfindungen und Wertigkeiten wiedergefunden. Deshalb nachfolgend das, was mich am öffentlichen  Geschehen nachhaltig beeindruckt hat. Vielleicht könnt Ihr mir ja dann mitteilen, ob Ihr ähnlich empfunden habt.

Da war zum ersten gleich zu Anfang des  Jahres 2010 die Erkenntnis, daß auch die evangelische Kirchengemeinde die Kanonisierung von Heiligen praktiziert: Ich meine Sankt Margot, geborene Schulze, geschiedene Käßmann, Schutzpatronin alkoholisierter Autofahrer und anonymer Passagiere. Bei der katholischen Kirche ist indessen die Reihenfolge der Wandlungen eine  etwas andere: Zuerst Sünder, dann Bekehrung, dann die Heiligung.  So war ja Sankt Afra, Schutzheilige von Augsburg, zunächst Puffmutter. Und der auch der Kirchenvater Augustinus war in seiner Jugend bekanntermaßen  kein Kind von Traurigkeit. Indessen die zeitliche Abfolge im Falle der  heiligen Margot: Zunächst Kirchenfürstin, dann Sündenfall und Abdankung, anschließend  Heiligsprechung. Auch ich habe mir im Devotionalienhandel in kleines Medaillon mit ihrem Porträt erworben und an meinen Rosenkranz geheftet.  So ist nun beides am Innenrückspiegel meines rollenden Untersatzes  stets griffbereit für den Fall der allgemeinen Verkehrskontrolle. Vor jedem Fahrantritt  spreche ich meine Fürbitte:

Gegrüßet seiest Du, Margot, voll des Weines und der Gnaden. Ein Herr ist mit Dir. Du bist gebenedeit unter den Fahrerinnen. Lass den bitteren  Kelch der Politessen, Radarfallen und  Verkehrskontrollen an uns vorübergehen. Beschütze uns vor allen Übel, Alkoholtest, Bußgeldern und Flensburger Punkten. Und bewahre uns unsere Fahrerlaubnis in alle Ewigkeit. Amen. 

 Was soll ich sagen: Es hat mir bis jetzt immer geholfen.

Asche auf unser sündiges Haupt!  Davon haben wir ja im Frühjahr aus Island genug bekommen. Zwar meinten einige, es sei das verbrannte Geld der isländischen Banken. Aber es war wohl doch der Vulkan mit dem eingängigen Namen Eyjafjallajökull. Wer erlaubt diesen unverschämten Isländern eigentlich, diese Dreckschleudern zu betreiben? Haben die dafür Emissionszertifikate gekauft, derzeit 15€ pro Tonne CO²? Natürlich nicht! Warum fordert keiner in Island den Einstieg in den Ausstieg aus dem Vulkanismus? Wo bleiben unsere Umweltaktivisten? Die hätten sich doch an die Vulkanhänge anketten können als sichtbares Zeichen des Protestes.  Nur gut, daß dieses unvernünftige Inselvolk noch nicht in der Eurozone ist. Sonst wären Mutti Merkel und Super-Sarko gleich mit einem großen Rettungsschirm herbeigeeilt und hätten weitere Euros verbrannt. Wenigstens das blieb uns erspart.

Überhaupt, unsere Kanzlerin. Der Frau ist doch vor nix bange. Rennt die doch nach dem Länderspiel gegen die Türken mitsamt Pressefotografen in die verschwitze Männerumkleidekabine  und tätschelt dort ausdauernd und medienwirksam ungeduschte, halbnackte Männerkörper, besonders intensiv die von Migranten. Wir haben es schon immer gewusst: Männerschweiß  macht Frauen heiß. Auch Kanzlerinnen können sich dem nicht entziehen.  Würde mich nicht wundern, wenn Angela demnächst auf der Herrentoilette auftaucht und dort männliche Extremitäten schüttelt. Idealerweise in Begleitung ihres Außenministers. Mal sehen, was uns das Neue Jahr da noch bringt.

Schon im Laufe des Jahres haben wir in unserem Rentnerhaushalt nach dem durch Funk und Internet bekannten Sarrazinschen Speiseplan für Hartz-IV Empfänger gekocht und uns dabei wie eben diese eine Wampe angefressen. Dann endlich erschien Ende August das lang erwartete Buch. Vier Wochen musste ich warten, dann konnte ich es endlich konsumieren: „Deutschland schafft sich ab“. In seiner Argumentation und Zeitreihenanalyse sehr gut nachvollziehbar.  Jetzt habe ich es endlich gecheckt: Jedes Neugeborene in diesem Land kommt schon mit einem Berg an öffentlichen Schulden und Zahlungsverpflichtungen von 100.000€ auf diese Welt. Deshalb haben wir die Produktion neuer Schuldenbürger ganz einfach eingestellt!  Und wenn in einigen Jahrzehnten hier der letzte deutsche Rentner in seinem Pflegeheim das Licht für immer ausknipst gibt es einfach niemanden mehr, der diese Kohle aufbringen wird! Das ist genial!  Zugegeben: Ich stand der Schuldenmacherei unserer Regierungen bis jetzt immer skeptisch gegenüber. Nun habe ich es begriffen: Schuldenfrei durch kollektives Ableben. Nur schade, daß ich die dummen Gesichter der Gläubiger nicht mehr erlebe wenn die vergeblich am  Zahltag auf ihr Geld warten. Ich fordere neue Schulden für meine nächste Rentenerhöhung!

Wie jedes Jahr, gab es auch prominente Todesfälle zu beklagen. An erster Stelle Kirsten Heisig, jene bekannte Jugendrichterin und Buchautorin aus Berlin.  Wenige Stunden nach Auffinden ihrer erhängten Leiche wusste die Berliner Justizsenatorin bereits, daß es sich um Selbstmord handelt und ein Fremdverschulden ausgeschlossen sei.  Solche Selbstmorde unbequemer Autoren kannten wir bis dato eher aus Weißrussland, China oder Zimbabwe. Ich habe, wie gewünscht, ihr Buch  als Geschenk zu Weihnachten bekommen. Ich konnte es nicht in einem durchlesen: Zu häufig überkam mich der Würgereiz und damit die Gefahr, daß die Weihnachtsgans wieder ans Fliegen käme. Trotzdem eine empfehlenswerte Lektüre für jedermann, der an der Befindlichkeit unseres Gemeinwesens interessiert ist.

War da noch was? Ach ja, das von der Gesellschaft für deutsche Sprache auserwählte Wort des Jahres 2010: „Wutbürger“. Zugegeben, ich habe den fraglichen Artikel in der Hamburger Illustrierten, wo er im Zusammenhang mit Stuttgart 21   erstmals kreiert wurde, gar nicht gelesen. Ich konsumiere diese Postille nicht regelmäßig, ich studiere sie eher zufällig beim Friseur oder im Wartezimmer meines Arztes. Als Privatpatient bleibt mir da leider meist nicht genügend Wartezeit, um interessante Artikel auch bis zum Ende zu lesen.   Aber ich hätte „Mutbürger“  passender gefunden; indessen das Schicksal von Dominik Brunner hat sich ja schon im Jahr zuvor erfüllt.  Meine persönliche Wahl als Wort des Jahres wäre eine andere gewesen: „Einspeisevergütung“. Wer regelmäßig das Tagesgeschehen und die Entwicklung seiner Stromrechnungen verfolgt, weiß, daß  damit weder ein Schmerzensgeld für Kantinenfraß noch ein Essenszuschuß für Hartz-IV Empfänger gemeint ist.  Aber davon später etwas mehr.

Ich wünsche Euch Allen ein friedvolles und freudiges 2011!

Herzlichst

Euer Bernd



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